Begonnen hat unser Tag voller Vorfreude auf das Frühstücksbuffet. Wir nutzten dieses voll aus, da es ja bereits unser letzter Tag in Berlin war. Wir packten unsere Koffer und als Tagesziel hatten wir die Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen auf dem Plan. Hier war damals die Stasi stationiert und operierte in voller Grausamkeit!

Wir meldeten uns dort für eine Führung an, und da es der Museums-Tag war, war diese sogar kostenlos. Wir hatten das große Glück die Führung von Hartmut Richter zu bekommen. Er selbst war 5 Jahre und 7 Monite in dem Gefängnis der Stasi. Wenn man sich in die Umstände von damals und die Brutalität hineinversetzt, läuft es einem nur noch kalt dem Rücken herunter. Darum sind die folgenden Fotos nur in Schwarz Weiß!

Das ist Hartmut Richter. Wir danken ihm für die tolle Führung durch das Gebiet und bedauern sehr, dass er, sowie seine Schwester, dies selbst miterleben mussten!

Er versuchte sehr sachlich zu bleiben, einige Male hat man jedoch stark bemerkt, dass es eine extrem schwierige Zeit für ihn war.

Gebäude im Bereich der Stasi

Gang im alten Bereich der Häftlinge. Dieser wurde U-Boot genannt, da er keine Fenster o.ä. enthielt. Es gab gesonderte Folterzellen in welchen der Gefangene beispielsweise durchgehend in Wasser stand, mit Wasser übergossen und getunkt wurde.

Tür einer Zelle – Dieses Loch war meistens die einzige Lichtquelle!

Eine Zelle – Das Fenster wurde jedoch erst nachträglich eingebaut, als die Zellen später weiterverwendet wurden. In der Zelle hatte gerade so eine Holzpritsche sowie ein Eimer platz.

Notdürftige Einrichtung in den Zellen. Die Holzpritsche sowie der Eimer!

Alte Elektroleitungen durchqueren den Gang der Zellen

Das Haupttor. Hier wurde jeder Gefangene eingeliefert. Ob er in eine Zelle, zur Verhörung oder ins Krankenhaus musste. Zur Verschleierung wurde jeder Gefangene IMMER durch dieses Tor gebracht und anschließend weiter verfrachtet. Die Transportfahrzeuge waren komplett abgedunkelt, zusätzlich wurden die Augen verbunden, um jegliche Orientierung aufzubehen.

Der Gang im neueren Zellentrakt. Hier saß beispielsweise Helmut Richter. Glücklicherweise schon nach der schlimmsten Zeit der Stasi! Alles ist etwas humaner und heller gestaltet. Folterungen kamen hier kaum noch vor.

Die Gänge wurden von Alarmdrähten durchquert. Wenn diese gezogen wurden, wurde sofort Alarm ausgelöst.

Außerdem waren im gesamten Gang rote Leuchten angebracht. Sie sollen signalisieren wenn gerade ein Gefangener transportiert wurde, dass in keinem Fall sich zwei Gefangene begegnen.

Überwachungsraum für die Anlage

Kamera für die Gefangenenfotos. Hinter dem Stuhl, auf welchem die Gefangenen teilweise mehrere Stunden sitzen mussten, war ein Röntgenstrahl angebracht. Durch den langen Aufenthalt in einem radioaktivem Bereich, haben viele Gefangene Blutkrebs bekommen, was früher oder später zum Tod führte.

Verschiedene Türen, aus verschiedenen Bereichen der Anlage

Getriebe des Schredders, mit welchem später diverse Dokumente vernichtet wurden. Allein an diesem Getriebe ist die Größe des Schredders zu erkennen!

Diese Gedenkstätte können wir wärmstens weiterempfehlen. Es war definitiv unser Highlight in der dunklen Geschichte Berlins.

Genug Farblosigkeit!

 

Kommen wir wieder in die heutige Zeit zurück! Wir haben knapp 3 Stunden hier verbracht, daher wollten wir nun etwas farbenfroheres sehen. Unser Ziel war die sogenannte “Teledisko”. Die kleinste Disko der Welt (In einer Telefonzelle). Überraschenderweise war diese Telefonzelle in einem sehr bunten Park voller Flohmarktstände. Das hat uns wieder sehr an London erinnert.

Um unseren Abschied etwas leichter zu gestalten, wurden wir noch von einer alten Freundin von Nini direkt im Restaurant neben unserem Hotel besucht. Außerdem hat Raupi uns einen guten Heimflug gewunschen!

Vielen Dank Berlin für die tolle Zeit!

Und besonderen Dank ans Titanic Chausee, für das geile Upgrade!